Codex diplomaticus Saxoniae

Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
Codex diplomaticus Saxoniae
Palaisplatz 3
01097 Dresden

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Markgraf Heinrich von Meißen, 1239 April 19 - Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden, 10001, Nr. 352

Der „Codex diplomaticus Saxoniae“ (CDS) wurde 1860 von der Sächsischen Staatsregierung als Editionsvorhaben für sämtliche die wettinischen Markgrafen, Landgrafen, Herzöge und Kurfürsten sowie ihre sächsischen Territorien betreffenden Urkunden von den Anfängen bis zur Leipziger Teilung (1485) gegründet. Mit seinen 31 bislang erschienenen Bänden stellt der „Codex“ das zentrale mittelalterliche Urkundenwerk für den sächsisch-thüringischen Raum dar. Aufgrund der hohen reichspolitischen Bedeutung der Landgrafen von Thüringen, Markgrafen von Meißen und Herzöge bzw. Kurfürsten von Sachsen und aufgrund der herausragenden Stellung Sachsens und Thüringens unter den deutschen Geschichtslandschaften des hohen und späten Mittelalters kommt dem Editionsvorhaben weit überregionale Bedeutung zu.

Nach überaus produktiven ersten Jahrzehnten wurde die Arbeit am „Codex“ noch vor dem Ersten Weltkrieg faktisch zwar eingestellt, jedoch wurde das Projekt nie offiziell aufgegeben. Als Planvorhaben der 1950 wiederbegründeten „Historischen Kommission für Sachsen“ und deren Eingliederung in die Sächsische Akademie der Wissenschaften wurde das Editionsvorhaben im Jahr 1956 ein Akademieprojekt, konnte aber auch in diesem Rahmen nicht nachhaltiger gefördert werden. Seit 1998 setzten intensive Bemühungen zur Wiederaufnahme der „Codex“-Bearbeitung ein, die schließlich 2002 zur Fortsetzung des CDS zunächst als Teil des Akademieprojekts „Quellen und Forschungen zur Sächsischen Geschichte“ führten. Seit 2008 ist das Vorhaben wieder ein eigenständiges Akademieprojekt, das arbeitsteilig mit dem Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde in Dresden (ISGV) die Editionsarbeit weiterführt. Während die auf Sachsen konzentrierten „Codex“-Hauptteile II (Sächsische Klöster, Stifte, Städte) und III (Papsturkunden in Sachsen) vom ISGV bearbeitet werden, übernimmt die Akademie die Fortsetzung des Hauptteils I, der die Urkunden der Markgrafen von Meißen und Landgrafen von Thüringen umfasst und dem überregionale Bedeutung zukommt. Die 2002 begonnenen Arbeiten galten zunächst der Herstellung eines Registers zu dem 1898 erschienenen Hauptteil I A 3, der die Markgrafen- und Landgrafenurkunden von 1196 bis 1234 enthält. Das Register liegt seit 2009 als eigener Ergänzungsband des CDS vor. Seitdem konzentriert sich die Arbeit auf die Edition der mark- und landgräflichen Diplome der Jahre von 1235 bis 1288, dem Todesjahr Markgraf Heinrichs des Erlauchten. Darüber hinaus sammelt und dokumentiert das Akademievorhaben die urkundliche Überlieferung der regierenden Wettiner von 1289 bis zum Ende der selbstständigen Regierung Landgraf Friedrichs des Freidigen im Jahr 1320. Ein erster Band nach Wiederaufnahme der Edition, der die Markgrafen- und Landgrafenurkunden von 1235–1247 enthält, konnte 2014 abgeschlossen und in Druck gegeben werden. Er ist als CDS I A/4 erschienen. Die Edition der Urkunden von 1248–1264 ist in Vorbereitung.  


 

 


Literatur:


Otto Posse, Codex diplomaticus Saxoniae regiae. Seine bisherige Herausgabe und seine Weiterführung, Leipzig 1876.
http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN616681240

Matthias Werner, „Zur Ehre Sachsens“. Geschichte, Stand und Perspektiven des Codex diplomaticus Saxoniae, in: Diplomatische Forschungen in Mitteldeutschland, hg. von Tom Graber (Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde, Bd. 12), Leipzig 2005, S. 261-301.
http://codex.isgv.de/Werner.pdf

Tom Graber und Mathias Kälble, Der Codex diplomaticus Saxoniae. Mediävistische Grundlagenforschung an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, in: Denkströme. Journal der Sächsischen Akademie der Wissenschaften 5 (2010), S. 169-176.
http://denkstroeme.de/heft-5/s_169-176_graber-kaelble

Theo Kölzer, "Urkundeneditionen heute?!", in: Denkströme. Journal der Sächsischen Akademie der Wissenschaften 6 (2011), S. 44–55.
http://denkstroeme.de/heft-6/s_44-55_koelzer

 

Bisher erschienene Bände (Print- und Onlineversionen)
Codex-Bände 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

Rückblick auf die festliche Präsentation der drei neu erschienen Bände in der Sächsischen Staatskanzlei am 7.2.2011
anlässlich des 150. Gründungs-Jubiläums des Codex diplomaticus Saxoniae

  

Projektgruppe

  1. Matthias Werner, Prof. Dr. phil. habil. [Projektleiter, OM, Philologisch-historische Klasse]
  2. Mathias Kälble, Dr. phil. [Arbeitsstellenleiter]
  3. Aline Degen, M.A. [Wissenschaftliche Mitarbeiterin]
  4. Tom Graber, Dr. phil. [Wissenschaftlicher Mitarbeiter]
  5. Sandra Groß, M.A. [Wissenschaftliche Hilfskraft]
Termine
Holzbasierte Bioökonomie - Treiber innovativer Technologien 07.12.2016 10:00 - 16:00 — Karl-Tauchnitz-Str. 1, 04107 Leipzig
Öffentliche Herbstsitzung 2016 09.12.2016 16:00 - 20:00 — Bibliotheca Albertina, Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig
Horst-Michael Prasser: Basisinnovation bei Kernreaktoren 16.01.2017 18:30 - 20:00 — TU Dresden, Festsaal des Rektorats, Mommsenstr. 11, 01069 Dresden
Forum "Offenes Land - offene Fragen" 08.02.2017 18:00 - 20:00 — Karl-Tauchnitz-Str. 1, 04107 Leipzig