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PROPYLÄEN. Forschungsplattform zu Goethes Biographica

Goethe- und Schiller-Archiv
Abteilung Editionen
Jenaer Str. 1
99425 Weimar

Tel.: +49 3643 545-540
Fax: +49 3643 545-241

Brief Johann Wolfgang Goethes an Charlotte von Stein, Weimar, 27. Januar 1785. Klassik Stiftung Weimar, Goethe- und Schiller-Archiv

Das Vorhaben PROPYLÄEN. Forschungsplattform zu Goethes Biographica. Briefwechsel, Tagebücher, Begegnungen und Gespräche. Chronologie. Quellen. Recherche. Fokus ist ein Kooperationsprojekt der Klassik Stiftung Weimar/Goethe- und Schiller-Archiv und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Das Projekt verfolgt zwei große Ziele: Zum einen wird auf Basis der vielschichtig erschlossenen Quellenbestände von Goethes Biographica eine integrierte Forschungsplattform zu Goethes Leben, Wirken und Werk aufgebaut, die gleichermaßen für die Wissenschaft wie auch für eine breite Öffentlichkeit zugänglich ist. Zum anderen werden die im Goethe- und Schiller-Archiv laufenden historisch-kritischen Editionen der Briefe und Tagebücher von Goethe, die um die Volltextwiedergabe bereicherte Regestausgabe der Briefe an Goethe sowie die Edition von Goethes „Begegnungen und Gesprächen“ fortgeführt und abgeschlossen.


Die Forschungsplattform bietet Wissenschaft und interessierter Öffentlichkeit die Möglichkeit, den Gesamttext von Goethes Biographica samt der erschließenden Kommentare zu nutzen und nach eigenen Bedürfnissen zu strukturieren. Für die historiographische, kultur- und wissenschaftsgeschichtliche Forschung zu dem Zeitraum von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts stellt sie ein breites Quellen- und Datenreservoir bereit. Die Plattform ist auf die Integration von weiteren Quellenbeständen und wissenschaftlichen Erkenntnissen angelegt und stellt der Forschung eine offene Infrastruktur zur Verfügung, die es ermöglicht, vorhandene Materialien um einschlägige Quellen- und Referenzwerke zu ergänzen und mit diesen zu verbinden und zu verlinken. Ziel ist es, auf diese Weise für die Forschung zu Goethe und zur Goethezeit ein zentrales und nachhaltiges Forum im digitalen Zeitalter zu entwickeln.


Unter der Leitung der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Manger, Friedrich-Schiller-Universität Jena, und Prof. Dr. Ernst Osterkamp, Humboldt-Universität zu Berlin, und Dr. Bernhard Fischer, Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs Weimar, hat das Projekt Arbeitsstellen beim Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar sowie am Freien Deutschen Hochstift Frankfurt am Main. Die Gesamtlaufzeit beträgt 25 Jahre.


Teilprojekt Goethe-Briefe
www.klassik-stiftung.de/goethe-briefe

Goethes Briefe aus sieben Jahrzehnten sind an mehr als 1.400 Empfänger gerichtet. Sie berühren alle Bereiche seines Lebens und Werks, geben Auskunft über Lebenskrisen, die Entstehung seiner Werke bis hin zum Fortgang seiner Amtsgeschäfte und Studien. Aus der Spezifik der Gattung wie der thematischen Komplexität des Goetheschen Briefwerks erwachsen die Schwierigkeit und der Umfang der Kommentierung, wobei ihre Notwendigkeit wegen der sich vergrößernden historischen Distanz zur Entstehungszeit der Briefe zunimmt.

 

Teilprojekt Goethe-Tagebücher
www.klassik-stiftung.de/forschung/forschungsprojekte

Goethe führte rund 57 Jahre seines Lebens Tagebuch. Die „tägliche Buchführung mit sich selbst“ war für ihn von großer Bedeutung, wie er 1827 gegenüber Kanzler von Müller formulierte. In diesem Sinne dokumentieren seine Journale – Bilanz und Stimulans sinnvoller Zeiteinteilung – Unternehmungen, Reisen, Besuche, Gespräche, Korrespondenzen, Lektüren sowie Arbeiten und Tätigkeiten des Dichters, Naturwissenschaftlers und Ministers.

Die von Goethe nicht zur Veröffentlichung vorgesehenen Diarien sind, abgesehen von frühen Aufzeichnungen, keine Bekenntnistagebücher und meist in einem lakonischen Stil gehalten. Ohne wissenschaftliche Kommentierung bleiben viele der oft hermetisch wirkenden, in späten Jahren immer komplexer werdenden Eintragungen unverständlich.

 

Teilprojekt Briefe an Goethe (Regestausgabe)
www.klassik-stiftung.de/forschung/forschungsprojekte

Die „Gesamtausgabe in Regestform“ der Briefe an Goethe erschließt etwa 20.000 Briefe, von denen weit mehr als 90 % im Goethe- und Schiller-Archiv aufbewahrt werden, durch Regesten samt Personen- und Werkregister für die Forschung. Im Mittelpunkt steht dabei Goethes Briefregistratur mit den 157 Brieffaszikeln, in denen Goethe die überwiegende Zahl der eingehenden Briefe und Billetts abgelegt hat. Bereits im Umfang des Briefcorpus wie in der weitgespannten sozialen und der geographischen Herkunft der etwa 3.500 Briefschreiber scheint die Vielfalt der behandelten Themen auf, die mit allen Wirkungskreisen des Goetheschen Lebens innig verflochten sind, angefangen von seinen persönlichsten Verhältnissen über seine literarischen und künstlerischen Geschäfte, seine naturwissenschaftlichen Studien bis hin zu seinen amtlichen Verpflichtungen.

Das einzelne Regest vermittelt den sachlichen Gehalt des ihm zugrunde liegenden Briefes. Es informiert in knapper, immanent erläuternder Form über die im Brief angesprochenen Themen, Personen und Werke. Die Regesten werden in der zeitlichen Abfolge der Absende- oder Entstehungsdaten präsentiert und sowohl in den Zusammenhang der Goetheschen persönlichen Korrespondenzbeziehungen. Im Rahmen des Projekts werden die Regesten um die Volltexte ergänzt.

 

Teilprojekt Begegnungen und Gespräche

Die „Begegnungen und Gespräche“ Goethes erschließen wichtige biographische Quellen zu Goethe, die den Blick auf den Dichter aus der Einschätzung der Zeitgenossen ermöglichen. Die Neubearbeitung orientiert sich an der 3. Auflage von Biedermann, führt aber, was die Quellenbasis betrifft, weit über diese ältere Edition hinaus. Grob geschätzt werden dem Gesamtbestand von 7.522 Zeugnissen der 3. Auflage von Biedermann in der abgeschlossenen Edition von Grumach 18.800 Zeugnisse gegenüberstehen. Ein Beispiel aus Band 6 diene zur Erläuterung: Zu den 811 Zeugnissen, die Biedermann für den Zeitraum 1806 bis 1808 abdruckt, bieten die „Begegnungen und Gespräche“ zusätzlich 560 Zeugnisse aus gedruckten und 675 Zeugnisse aus ungedruckten Quellen. In die chronologische Folge sind erstmals auch Goethes eigene Gesprächsberichte und -notizen eingearbeitet.


Teilprojekt Technische Umsetzung der Forschungsplattform

www.goethehaus-frankfurt.de/forschung-und-editionen/propylaen-forschungsplattform-zu-goethes-biographica
www.digitale-akademie.de/projekte/propylaeen-forschungsplattform-zu-goethes-biographica.html

Die Digitale Akademie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz wird die elektronischen Komponenten des Projekts umsetzen, wobei die Bereitstellung der durch die oben genannten Editionen erschlossenen Biographica chronologisch erfolgen wird. Die Forschungsplattform will sowohl der Wissenschaft als auch der interessierten Öffentlichkeit neue Zugänge zum Gesamtbestand eröffnen, die es ermöglichen werden, Goethes Lebenszeugnisse in bisher unbekannter Breite und Tiefe zu erschließen. Zu diesem Zweck werden nach und nach verschiedene Suchmöglichkeiten, Visualisierungen und Verknüpfungen mit externen Ressourcen implementiert. Die PROPYLÄEN sind auf die Integration weiterer Quellenbestände und Forschungsergebnisse ausgelegt und werden der Goethe-Forschung ein innovatives Forum im digitalen Zeitalter bieten.

Weitere Informationen unter
www.goethe-biographica.de

Projektseite bei der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Digitale Akademie)


Projektgruppe

  1. Klaus Manger, Prof. Dr. phil. [Projektleiter]
  2. Yvonne Pietsch, Dr. phil. [Arbeitsstellenleiterin, momentan in Elternzeit]
  3. Johannes Barth, Dr. phil. [Wissenschaftlicher Mitarbeiter]
  4. Héctor Canal Pardo, Dr. des. [Wissenschaftlicher Mitarbeiter]
  5. Katharina Hofmann-Polster, Dr. phil. [Wissenschaftliche Mitarbeiterin, momentan in Elternzeit]
  6. Johannes Korngiebel [Wissenschaftlicher Mitarbeiter]
  7. Annette Mönnich, Dipl.-Phil. [Wissenschaftliche Mitarbeiterin]
  8. Alexander Rosenbaum, Dr. phil. [Wissenschaftlicher Mitarbeiter]
  9. Bastian Röther [Wissenschaftliche Mitarbeiter (Elternzeitvertretung Katharina Hofmann-Polster)]
  10. Anja Stehfest [ Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Elternzeitvertretung Yvonne Pietsch)]
Termine
Theatrum naturae et artium. Leibniz und die Schauplätze der Aufklärung 28.09.2016 - 30.09.2016 — Leipzig, Bibliotheca Albertina, Beethovenstr. 6 und Geisteswissenschaftliches Zentrum der Universität, Beethovenstraße 15, 04107 Leipzig
Einzelhandel 4.0 – Herausforderungen und Chancen 13.10.2016 17:15 - 20:15 — Karl-Tauchnitz-Str. 1, 04107 Leipzig
Zum Einfluss der Luthersprache auf die slawischen Sprachen 14.10.2016 10:00 - 12:00 — Karl-Tauchnitz-Str.1, 04107 Leipzig
Hans v. Storch: Die Rolle der Klimaforschung im energiepolitischen Entscheidungsprozess 24.10.2016 18:30 - 20:00 — TU Dresden, Dülfer-Saal, Dülferstr. 1, 01069 Dresden
Die Reformation - Fürsten, Höfe, Räume 31.10.2016 - 04.11.2016 — Karl-Tauchnitz-Str. 1, 04107 Leipzig