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Das sächsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied zwischen den Rechtsordnungen Ost- und Mitteleuropas

Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
Karl-Tauchnitz-Str. 1
04107 Leipzig
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Projektpublikation - Sächsisch-magdeburgisches Recht in Ungarn und Rumänien

Arbeitsstelle Magdeburg:
Landeshauptstadt Magdeburg
Forschungsstelle "Magdeburger Recht"
39090 Magdeburg

Tel.: +49 391 54023-47

Das Forschungsvorhaben ist der Beeinflussung osteuropäischer Rechtsordnungen durch das deutsche Recht in Gestalt des Sachsenspiegels und des Magdeburger Rechts gewidmet. Dazu gehören vornehmlich Polen, die Ukraine, Weißrussland, Tschechien und die Slowakei. Ein heute noch vorhandenes Denkmal in Kiew zu Ehren des sächsisch-magdeburgischen Rechts bezeichnet etwa die Ostgrenze des immensen Verbreitungsgebietes von Sachsenspiegel und Magdeburger Recht. Anliegen des Projekts ist es, eine rechts- und sprachgeschichtlich fundierte Grundlage für das bessere Verständnis und die gegenseitige Kommunikation zwischen Deutschland und den slawisch sprechenden Ländern Osteuropas, vor allem auf dem Gebiet des Rechts und der Wirtschaft, zu schaffen. Das soll mittels einer Auswertung von wichtigen frühneuzeitlichen Rechtsquellen dieser Länder sowie der Untersuchung der Lexik der slawischen Rechtssprache geschehen.

Im Unterschied zu früheren Forschungen sollen auch die slawischsprachigen Rechtsquellen berücksichtigt werden und nach ihrem genetischen Zusammenhang mit deutschen Rechtstexten gefragt werden. Es soll vor allem untersucht werden, wie die deutschen Fachtermini und Institutionen der deutschen Quellen in die slawischen Sprachen transponiert worden sind. Da diese sprachlichen Probleme bis an die juristische Fachsprache der Gegenwart in diesen Ländern heranreichen, bedürfen diese wichtigen Quellen europäischer Rechtskultur der Kenntnisnahme und Analyse. Diese Aufgabe kann nur in enger Kooperation von Rechtsgeschichte und slawischer Philologie geleistet werden. Als Ergebnis wird eine Darstellung angestrebt, welche die Texte wie auch eine Kommentierung und rechtssprachliche Erklärungen umfasst. Somit könnte allen Interessenten aus Politik, Wirtschaft, Rechtspraxis und Wissenschaft ein Werk an die Hand gegeben werden, das es ermöglicht, sich der gegenwärtigen Rechtssprache dieser Länder zu nähern. Die Projektpublikationen erscheinen in der Reihe "IVS SAXONICO-MAIDEBVRGENSE IN ORIENTE".

Literatur:
R. LIEBERWIRTH, Das sächsisch-magdeburgische Recht als Quelle osteuropäischer Rechtsordnungen, Berlin 1986; DERS., Die Wirkungsgeschichte des Sachsenspiegels, in: Die Wolfenbütteler Bilderhandschrift des Sachsenspiegels. Aufsätze und Untersuchungen. Kommentarband zur Faksimile-Ausgabe, hg. von Ruth Schmidt-Wiegand, Berlin 1993, S. 63–86.

H. LÜCK, Magdeburger Recht in der Ukraine, in: ZNR 12 (1990), S. 113–126; DERS., Das Denkmal des Magdeburger Rechts in Kiew, in: Forschungen zur Rechtsarchäologie und Rechtlichen Volkskunde 12 (1990), S. 109–119; DERS., Die Verbreitung des Sachsenspiegels und des Magdeburger Rechts in Osteuropa, in: der sassen speyghel. Sachsenspiegel-Recht-Alltag, Bd. 2: Aus dem Leben gegriffen – Ein Rechtsbuch spiegelt seine Zeit, hg. von Mamoun Fansa, Oldenburg 1995, S. 37–49.

Rechts- und Sprachtransfer in Mittel- und Osteuropa. Sachsenspiegel und Magdeburger Recht. Internationale und interdisziplinäre Konferenz in Leipzig vom 31. Oktober bis 2. November 2003. Hg. von Ernst Eichler und Heiner Lück, Red. Wieland Carls. Berlin 2008 (= Ivs saxonico-maidebvrgense in oriente. Bd. 1).

Themenbezogene Vorträge, Publikationen, Tagungsteilnahmen und sonstige Aktivitäten der Mitarbeiter des Akademievorhabens seit 2004 finden sich auf der Projektseite
Projektpublikationen etc.

Link zur Arbeitsbibliographie des Projekts
www.magdeburger-recht.org

Stand: 04.12.2019 

Dieses Forschungsvorhaben ist Teil im Akademienprogramm, das als derzeit größtes geistes- und kulturwissenschaftliches Forschungsprogramm der Bundesrepublik Deutschland von Bund und Ländern getragen wird. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.
Logos Union SMWK

 

Projektgruppe

  1. Heiner Lück, Prof. Dr. iur. habil. [Projektleiter, OM, Philologisch-historische Klasse]
  2. Wieland Carls, Dr. phil [Arbeitsstellenleiter]
  3. Pina Bock, M.A. [Wissenschaftliche Mitarbeiterin]
  4. Katalin Gönczi, Dr. jur. habil. [Wissenschaftliche Mitarbeiterin]
  5. Marija Lazar, Dr. phil. [Wissenschaftliche Mitarbeiterin]
  6. Michael Hoffert, M.A. [Wissenschaftlich-technischer Mitarbeiter]
  7. Manuela Züfle [Wissenschaftlich-technische Mitarbeiterin]
Akademienprogramm Gesamt

Übersicht über alle laufenden Forschungsprojekte im Akademienprogramm:
www.akademienunion.de

Zum AGATE-Portal, Forschungsinformationssystem der Wissenschaftsakademien:
https://agate.academy/

Denkströme

Denkströme IconDas Open Access (Online-)Journal der Sächsischen Akademie der Wissenschaften:

www.denkstroeme.de

Diffusion Fundamentals

Diffusion Fundamentals IconInterdisziplinäres Online Journal für Diffusionstheorie in Kooperation mit der Universität Leipzig:
diffusion.uni-leipzig.de

Termine
Internationale Konferenz: Insular-kontinentale Wechselbeziehungen in der volkssprachigen Überlieferung des Frühmittelalters und ihre lexikographische Erschließung 16.02.2020 - 18.02.2020 — Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Karl-Tauchnitz-Str. 1, 04107 Leipzig
Leipzig liest: „Make Law Not War“ – Der jüdische Jurist Benjamin B. Ferencz 12.03.2020 20:00 - 21:30 — Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Karl-Tauchnitz-Str. 1, 04107 Leipzig