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Die deutsche Akademie des 17. Jahrhunderts: Fruchtbringende Gesellschaft

Herzog August Bibliothek
Lessingplatz 1
38304 Wolfenbüttel

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Palmen-Vignette der „Fruchtbringenden Gesellschaft“ von 1651

Ein bedeutendes Projekt der Frühneuzeit-Forschung stellt das Forschungs- und Editionsprojekt zur „Fruchtbringenden Gesellschaft” dar. Die Sozietät wurde 1617 in Weimar gegründet, bis 1650 von Köthen aus geleitet und bestand formell bis 1680. Mit 890 regulären Mitgliedern war sie die größte und bedeutendste der sogenannten deutschen „Sprachgesellschaften” des Barock. Programmatisch und organisatorisch tief in der frühneuzeitlichen Akademiebewegung Europas, insbesondere in der Tradition der italienischen Renaissance-Akademien verwurzelt, griff sie deren Anliegen für den deutschen Sprachraum auf. Als einziger deutscher Sozietät des 17. Jahrhunderts gelang es ihr, durch die Einbeziehung vieler Fürsten, Edelleute, Räte, Militärs, Gelehrter und Dichter, eine nicht mehr höfisch, konfessionell, ständisch, staatlich oder regional begrenzte Führungsschicht für die Fundierung einer deutschen Nationalkultur zu gewinnen, die sich vorrangig auf die Ziele einer neuen, anspruchsvollen Soziabilität im formbewußten Geist der Renaissance, der Pflege der deutschen Muttersprache und einer universalen Nützlichkeit in allem Wissen und Handeln ausrichtete. Im Rahmen dieses die Kulturleistungen der europäischen Nachbarn einholenden Programms erlangte sie, wiederum als einzige Barocksozietät, nationale und internationale Ausstrahlung.

Das Projekt ist bis zum 31.12.2000 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert worden. Mit dem 1. Januar 2001 ist es in die Trägerschaft der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig übergegangen und wird in Kooperation mit der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel fortgeführt. Gefördert wird das Vorhaben seitdem im Rahmen des Akademienprogramms von der Bundesrepublik Deutschland und vom Land Niedersachsen. Projektleiter und Wissenschaftlicher Herausgeber ist Prof. Dr. Klaus Conermann (Wolfenbüttel), Arbeitsstellenleiter: Dr. phil. Andreas Herz (Wolfenbüttel), Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. phil. Gabriele Ball (Wolfenbüttel).

Die kritische Ausgabe verfolgt das Ziel, zum ersten Mal möglichst alle in Angelegenheiten der Fruchtbringenden Gesellschaft (FG) geschriebenen Briefe, deren Beilagen sowie die wichtigsten Akademiearbeiten und andere zentrale Dokumente in einer kritischen Ausgabe zu erschließen und das Leben der Sozietät in ihren bildlichen Ausdrucksformen und in Zeugnissen aus dem historischen Umfeld zu dokumentieren. Daher ist die Edition in zwei systematische Reihen (I: Briefe, Beilagen und Akademiearbeiten; II: Dokumente und Darstellungen) sowie drei chronologische Abteilungen (A: Köthen [1617–1650], B: Weimar [1651–1662], C: Halle [1663/67–1680]) gegliedert. Da die Abteilung C: Halle einstweilen abgeschlossen ist, wird im Rahmen des geförderten Projekts die Reihe I, Abteilung A: Köthen fortgeführt und mit der Abteilung B abgeschlossen. In der Reihe II sollen in lockerer Folge, jedoch außerhalb des Projekts, größere Dokumente aus dem Schaffen und zur Wirksamkeit der FG vorgelegt werden.

Internetportal: http://www.die-fruchtbringende-gesellschaft.de

Projektgruppe

  1. Klaus Conermann, Prof. Dr. [Projektleiter]
  2. Andreas Herz, Dr. phil. [Arbeitsstellenleiter]
  3. Gabriele Ball, Dr. phil. [Wissenschaftliche Mitarbeiterin]
  4. Alexander Zirr, Dr. des. [Wissenschaftlicher Mitarbeiter]
Termine
Öffentliche Herbstsitzung 2016 09.12.2016 16:00 - 20:00 — Bibliotheca Albertina, Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig
Horst-Michael Prasser: Basisinnovation bei Kernreaktoren 16.01.2017 18:30 - 20:00 — TU Dresden, Festsaal des Rektorats, Mommsenstr. 11, 01069 Dresden
Forum "Offenes Land - offene Fragen" 08.02.2017 18:00 - 20:00 — Karl-Tauchnitz-Str. 1, 04107 Leipzig