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Klöster im Hochmittelalter: Innovationslabore europäischer Lebensentwürfe und Ordnungsmodelle

TU Dresden, FOVOG-Dresden
Klöster im Hochmittelalter
Zellescher Weg 21
01217 Dresden

Tel.: +49 351 479341-82
Fax: +49 351479341-89
breitenstein@saw-leipzig.de

Kreuzgang in der Abtei Moissac, Foto: Gert Melville

Mittelalterliche Klöster entwickelten im sozialen und religiösen Wandel des 11. bis 13. Jahrhunderts eine bislang unerreichte Rationalität der Lebensgestaltung. Damals entstanden Modelle jenes gesellschaftlichen wie kulturellen Aufbruchs, aus denen sich die spezifischen Ordnungskonfigurationen der europäischen Moderne ausformten. Das Projekt hat zum Ziel, diese Fundamente der europäischen Kultur zu erforschen. Die Forschungsarbeit selbst erfolgt in direkter Verbindung mit einer weiteren Arbeitsstelle des Projektes, die (unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd Schneidmüller und Prof. Dr. Stefan Weinfurter) von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften getragen wird und an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg beheimatet ist.

Es sollen durch die Projektarbeit in einer Verknüpfung von textorientierter Grundlagenforschung und kulturwissenschaftlicher Perspektivierung wichtige Quellen erschlossen, analysiert und in Editionen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dabei werden Texte im Vordergrund stehen, bei denen die gesellschaftliche Deutungsmacht der Klöster in besonderer Weise programmatisch greifbar wird: Mahnschriften und didaktische Traktate, Kloster- oder Ordensregeln und Statuten sowie deren Kommentare, welche die Rechtsordnung der Gemeinschaften bestimmten. Obwohl derartige Schriften in erster Linie nach innen wirken sollten, standen sie doch immer auch im Bezug zur Welt und entfalteten hier Wirkung. Die Forschungen der Dresdner Arbeitsstelle werden sich zum Einen auf die normativen Strukturen des klösterlichen Lebens während des 11. bis 13. Jahrhunderts konzentrieren. Dabei wird die Etablierung von solchen Strukturen im Mittelpunkt stehen, durch die neue Formen gesellschaftlicher Verfasstheit entwickelt wurden; zum Anderen wird der Frage nachgegangen, in welcher Weise sich der Einzelne in ein Verhältnis zu den neuen Organisationsstrukturen setzte und diese dabei zugleich auch selbst wieder formte. Mithin geht es wesentlich um die Neubestimmung des Verhältnisses von Einzelnem und Gemeinschaft und die hieraus resultierenden Entwicklungen hin zu neuen Lebensentwürfen und Ordnungsmodellen. Dieses Vorhaben wird durch die Forschungen der Heidelberger Arbeitsstelle ergänzt, die sich bei gleicher Frage- und Aufgabenstellung Werken der Weltdeutung und solchen Entwürfen widmet, welche Ordnungskonfigurationen und Sinnkonstruktionen in die Welt vermitteln und in Geltung zu setzen suchten.

Link zu www.netzwerk-imitation.de

 

Literaturhinweise:

Gert Melville, „Im Spannungsfeld von religiösem Eifer und methodischem Betrieb. Zur Innovationskraft der mittelalterlichen Klöster”, in Denkströme. Journal der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, Heft 7, Onlineversion: http://www.denkstroeme.de/heft-7/s_72-92_melville

Gert Melville, „Innovation im Diskurs. Ein Vorwort“, in Denkströme. Journal der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, Heft 17 (2017), Onlineversion: http://www.denkstroeme.de/heft-17/s_11-18_melville

Breitenstein, Mirko und Jörg Sonntag, „Das Gewissen und das Spiel
. Zwei Innovationsfelder des Mittelalters
“, in Denkströme. Journal der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, Heft 17 (2017), Onlineversion: http://www.denkstroeme.de/heft-17/s_96-133_breitenstein-sonntag

Projektgruppe

  1. Gert Melville, Prof. Dr. phil. habil. [Projektleiter]
  2. Mirko Breitenstein, Dr. phil. [Arbeitsstellenleiter]
  3. Jörg Sonntag, Dr. phil. [Wissenschaftlicher Mitarbeiter]
Denkströme

Denkströme IconDas Open Access (Online-)Journal der Sächsischen Akademie der Wissenschaften:

www.denkstroeme.de

Diffusion Fundamentals

Diffusion Fundamentals IconInterdisziplinäres Online Journal für Diffusionstheorie in Kooperation mit der Universität Leipzig:
diffusion.uni-leipzig.de