Plenarvorträge 2019

Vortrag am 11.1.2019

Prof. Dr. rer. nat. habil. Eike Brunner (Dresden)
Professor für Bioanalytische Chemie an der Technischen Universität Dresden, am 12. Februar 2010 zum Ordentlichen Mitglied der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse gewählt. Forschungsgebiete: Biomineralisation, NMR-spektroskopische Untersuchungen an Proteinen sowie Metall-Organischen Gerüstverbindungen (MOFs)

Xenon – das fremde Element in der kernmagnetischen Resonanzspektroskopie und Magnetresonanztomographie

Xenon (altgriechisch: das Fremde) ist ein Edelgas, welches in geringen Mengen in der Erdatmosphäre vorkommt. Eines seiner stabilen Isotope, das Isotop Xe-129 (ca. 26 % natürliche Häufigkeit), besitzt einen Kernspin von ½ und hat eine Reihe von interessanten Anwendungen in der kernmagnetischen Resonanzspektroskopie (NMR-Spektroskopie) und medizinischen Bildgebung (Magnetresonanztomographie, MRT) gefunden.

Die Anwendungen in der NMR-Spektroskopie beruhen vor allem auf der Tatsache, dass Xenon eine sehr empfindliche chemische Verschiebung besitzt, was auf seine große und leicht polarisierbare Elektronenhülle zurückzuführen ist. So dient das Xe-129 unter anderem als Sonde bei der Untersuchung ganz unterschiedlicher poröser Materialien wie Zeolithe, Metall-Organische Gerüstverbindungen (MOFs), kohlenstoffbasierte Elektrodenmaterialien und andere. Xenon findet auch Anwendungen in der biologischen NMR-Spektroskopie, unter anderem als Biosensor.

Eine weitere interessante Anwendungsmöglichkeit von Xenon besteht in der Tatsache, dass sogenanntes hyperpolarisiertes Xe-129 eine - im Vergleich zum thermodynamischen Gleichgewicht - sehr hohe Nachweisempfindlichkeit besitzt und nach Inhalation durch den Probanden zur medizinischen Bildgebung (MRT) an der menschlichen Lunge eingesetzt werden kann.

Prof. Ph.D Marie-Claire Foblets (Halle)
Honorarprofessorin für Recht und Ethnologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Direktorin der Abteilung ‚Recht & Ethnologie‘ am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle (Saale), Ordentliches Mitglied der Philologisch-historischen Klasse seit 13.02.2015; Forschungsgebiete: Sozialanthropologische Analysen, Rechtspraxis, Religionsdiversität im weltlichen Kontext, Europäische Migration und Asylpolitik, transnationale Staatsbürgerschaft und Schutz der Menschenrechte, Islam in Europa, internationales Familienrecht

Recht und Kultur. Ethnologische Forschung zu derzeitigen Gesellschaftsfragen

Ausgangspunkt für den Vortrag ist das Konzept der kulturellen Diversität und deren verschiedene Funktionsweisen innerhalb der Rechtsordnung eines Staates. Die Frage, wie kulturelle Diversität innerhalb einer Rechtordnung funktioniert, ist komplex und verdient eine nuancierte Diskussion.

Es ist heute unbestritten, dass, weltweit, die große Mehrheit der Gesellschaften in den letzten 30 Jahren zunehmend multiethnisch und multikulturell geworden ist; diese Entwicklung schafft zentrale Fragen nach sozialem Zusammenhalt. Verschiedene neue und alternative Formen von Zugehörigkeit und Mitgliedschaft – sei es ethnischer, kultureller und/oder religiöser Art – scheinen einen Schatten auf den sozialen Zusammenhalt im konventionellen liberalen Begriffssinn zu werfen. Für sich allein gesehen, ist diese Konvergenz an Identitäten und Loyalitäten kaum überraschend. Von einer ethnographischen Sichtweise aus muss Diversität in der Tat als ein Phänomen gesehen werden, das nicht rückgängig gemacht werden kann. Heutzutage jedoch scheint Diversität, so wie sie im öffentlichen Diskurs verstanden wird, zu einem Hemmnis geworden zu sein, das seinerseits der Rolle, die das Recht in diesem Bereich spielen kann, eine neue Bedeutung zu geben scheint. Ziel des Vortrags ist es, auszuloten, inwieweit verschiedene innerstaatliche Rechtsordnungen – in ganz Europa –einen Schutz der kulturellen Diversität zulassen, sei es innerhalb der Rechtsordnung eines einzelnen Staates, sei es in Fällen, wo das Gesetz Ländergrenzen überschreitet. Ausgehend von spezifischen Beispielen, die überwiegend aus der Rechtsprechung stammen, werde ich die verschiedenen Auswirkungen untersuchen, die unter den heutigen staatlichen Rechtsordnungen (mit einem Fokus auf Europa) in direktem Zusammenhang mit der Bewahrung von kulturellen Identitäten stehen, wobei die Darstellungen eine klare Differenzierung in der Behandlung von Diversität offenbaren werden.

Denkströme

Denkströme IconDas Open Access (Online-)Journal der Sächsischen Akademie der Wissenschaften:

www.denkstroeme.de

Diffusion Fundamentals

Diffusion Fundamentals IconInterdisziplinäres Online Journal für Diffusionstheorie in Kooperation mit der Universität Leipzig:
diffusion.uni-leipzig.de

Termine
Akademie-Kolloquium: Demokratische Aufbrüche des 20. Jahrhunderts im Bild der Gegenwart 25.01.2019 18:00 - 19:30 — Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Karl-Tauchnitz-Str. 1, 04107 Leipzig
Buchpräsentation: Kommunikation im Konflikt. König Erik VII. und die Städte im südlichen Ostseeraum 28.01.2019 19:30 - 21:00 — Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Karl-Tauchnitz-Str. 1, 04107 Leipzig
Vortrag: The Medieval Islamic West in the East, intellectual connections and cultural impact 30.01.2019 11:00 - 12:30 — Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Karl-Tauchnitz-Str. 1, 04107 Leipzig