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Akademie-Kolloquium Sakralbauten in der Moderne

Was
  • Öffentliche Veranstaltung
  • Akademie-Kolloquium
Wann 25.05.2012
von 11:15 bis 13:00
Wo Karl-Tauchnitz-Str. 1, 04107 Leipzig
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Im Jahr 2009 hat das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst ein Programm zur Förderung der geisteswissenschaftlichen Forschung in Sachsen begründet. Mit der wissenschaftlichen Begutachtung der Projekte ist die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig betraut. Das in diesem Rahmen geförderte Projekt "Sakralbauten in der Moderne. Gemeindlicher Kirchenbau in der Zeit beschleunigter Urbanisierung als 'eigensinniger' Prozess (ca. 1880–1930)" stellt im Akademie-Kolloquium am 25. Mai 2012 seine Arbeit vor.


Sakralbauten in der Moderne (ca. 1880–1930): eine Arena pluraler Interessen


Prof. Dr. Michaela Marek
Einführung: Zum Problem des modernen Architekturbegriffs am Beispiel des Kirchenbaus

Fanny Stoye, M.A.
Der Pfarrkirchenbau um 1900: Akteure und ihre Interessen

Dr. des. Dipl.-Soz. Uta Karstein
Zwischen Unterstützung und Belehrung: der Beitrag christlicher Kunstvereine zum Kirchenbau im 19./20. Jahrhundert

Philipp Rinn, M.A.
Gotik in der Kirchenbaudebatte der Zwischenkriegszeit: Ambivalenzen in der Anpassung an die Moderne


Pfarrkirchen aus dem späten 19. und dem frühen 20. Jahrhundert rangieren im Kunsturteil nicht sehr hoch: handelt es sich doch bis zum Auftreten inspirierter Modernisten wie Dominikus Böhm oder Rudolf Schwarz vermeintlich um traditionsverhaftete Serienproduktion von begrenzter künstlerischer Originalität, der man allenfalls „malerische“ Qualitäten im Stadtbild zugestehen mag. Tatsächlich fällt diese Baugattung auch durch die Maschen der kunsthistorischen wissenschaftlichen Kanonbildung, die vor allem auf Innovation und auf Souveränität des Künstlers gründet.
Das Forschungsprojekt „Sakralbauten in der Moderne. Gemeindlicher Kirchenbau in der Zeit beschleunigter Urbanisierung als ‚eigensinniger’ Prozess (ca. 1880–1930)“ am Institut für Kunstgeschichte der Universität Leipzig fokussiert demgegenüber gerade die Eingebundenheit der Baugattung in die komplexen soziokulturellen Aushandlungsprozesse der Jahrzehnte um 1900. Es fragt nach den Beteiligten, ihren keineswegs immer kongruenten Interessen und der Reichweite ihrer Mitsprachekompetenzen. Dazu gehören neben den entwerfenden Architekten die Gemeinden als Bauherren, amtskirchliche Instanzen, städtische Behörden, eingeladene oder auch selbstberufene Experten und Berater, oft einschlägig aktive Vereine. Welche Vorstellungen von Sakralität, Gemeinde, Kirche in einer ‚modernen’ städtischen Gesellschaft brachten die Akteure in die Auseinandersetzung ein? Welche religiösen und außerreligiösen Positionierungen werden darin fassbar? Wie regelte man Konflikte, wie führte man Konsens herbei? Die Ergebnisse des Projektes lassen ein differenzierteres Bild des Stellenwerts von Religion und sakraler Architektur in der Kultur der einsetzenden Moderne erwarten. Nicht zuletzt versprechen sie – über das konkrete Thema hinaus – Impulse für eine Revision des Architekturbegriffs jenseits solitärer Denkmäler.


Mit anschließender Diskussion.
Interessenten sind herzlich willkommen.

weitere Informationen zum Projekt: www.gko.uni-leipzig.de/kunstgeschichte

Einladung

Akademie-Kolloquium 25.5.2012