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Internationales Symposium „The Pañcatantra across Cultures and Disciplines“ – 27.–29.9.2012

Anlässlich des 60. Jahrestages der diplomatischen Beziehungen zwischen Indien und Deutschland hat die indische Regierung ein Programm „Days of India: Connecting Cultures“ aufgelegt, in dessen Rahmen zahlreiche kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen stattfinden. Dazu zählt auch die internationale wissenschaftliche Tagung „The Pañcatantra across Cultures and Disciplines", die der Indian Council of Cultural Relations (ICCR) gemeinsam mit dem Institut für Indologie und Zentralasienwissenschaften der Universität Leipzig und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig veranstaltet. Ihr Gegenstand ist die Geschichte und Verbreitung der indischen Tier-Erzählungssammlung Pañcatantra.

Entstanden  ist diese um etwa 200 u.Z. als Lehrtext für junge Prinzen. Mit dem Ziel, am Beispiel von Geschichten, in denen Tiere als handelnde Personen auftreten, Verstand und Urteilsfähigkeit zu schulen, hat sie im Laufe ihrer jahrhundertealten Geschichte mehr Übersetzungen und Adaptionen erfahren als die Bibel und ist bis heute das meist übersetzte Werk der Weltliteratur.

Das Pañcatantra gelangte um 500 n.Chr. durch persische, altsyrische und arabische Übersetzungen  in den Mittelmeerraum und hat von dort – vielfach vermittelt durch die arabische Übersetzung des Ibn Moqaffa, das Kalila wa Dimna – seinen Weg in die Literatur der meisten europäischen Länder gefunden und vor allem die Fabeldichtung und das Genre des „Fürstenspiegels“, in vielerlei Weise beeinflusst. Eine direkte europäische Pañcatantra-Rezeption begann mit dem „Buch der Beispiele der alten Weisen“ des Anton von Pforr (um 1480) und erreichte mit den Fabeln Jean de Lafontaines (1627–1695) und des Leipziger Universitätsprofessors für Poesie, Beredsamkeit und Moral Christian Fürchtegott Gellerts (1715–1769) einen ersten Höhepunkt.

Heute haben die Erzählungen des Pañcatantra nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Sie sind in der ganzen Welt verbreitet, in vielen  Fassungen und medialen Formen und mit sehr verschiedenen inhaltlichen Zielsetzungen, von der didaktisch-moralisch ausgerichteten Schullektüre für Kinder bis zur die Ausbildung von Managern als Beispielsammlung für strategisches Denken. Über die Jahrhunderte haben die Tiererzählungen auch in der Kunst, vor allem der Buchillustration, ihre Resonanz gefunden, in der Gegenwart zunehmend auch in Tanz und Theater, im Trickfilm und in Comics.

Die Leipziger Tagung, an der Wissenschaftler unterschiedlicher Fachdisziplinen aus vier Kontinenten teilnehmen, widmet sich der Wirkungsgeschichte des Pañcatantra und den Mechanismen seiner Transformation in Indien und Europa von seiner Entstehung bis in die Gegenwart. Sie ist dem 100. Jubiläum der Rekonstruktion von Urtext und Wanderweg des Pañcatantra von Indien nach Europa durch Johannes Hertel gewidmet, der zwischen 1919 und 1937 Inhaber des Lehrstuhls für Indologie an der Universität Leipzig und Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften war.
Die Tagung findet in den Räumen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig statt.

Programm

Termine
Horst-Michael Prasser: Basisinnovation bei Kernreaktoren 16.01.2017 18:30 - 20:00 — TU Dresden, Festsaal des Rektorats, Mommsenstr. 11, 01069 Dresden
Forum "Offenes Land - offene Fragen" 08.02.2017 18:00 - 20:00 — Karl-Tauchnitz-Str. 1, 04107 Leipzig