Ordnung zur Verleihung der Wilhelm-Ostwald-Medaille der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
Präambel
Wilhelm Ostwald (1853–1932) forschte, lehrte und wirkte interdisziplinär auf den Gebieten von Chemie und Physik zunächst an den Universitäten Dorpat und Riga, seit 1887 an der Universität Leipzig und später in Großbothen bei Grimma. Im Jahre 1909 erhielt er den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten zur Katalyse, zu chemischen Gleichgewichtsverhältnissen und zu Reaktionsgeschwindigkeiten, die den Grundstein für die moderne Physikalische Chemie darstellen.
Im Jahr 1887 wurde Wilhelm Ostwald als Ordentliches Mitglied in die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig gewählt. Aus Anlass seines 125. Geburtstages wurde am 20. Oktober 1978 von der Akademie die Wilhelm-Ostwald-Medaille gestiftet. Sie ist die höchste von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig zu vergebende Auszeichnung auf dem Gebiet der Natur- und der Ingenieurwissenschaften und wurde erstmalig im Herbst 1979 verliehen.
Für die Verleihung der Wilhelm-Ostwald-Medaille ergeht folgende Ordnung:
§ 1
Die Wilhelm-Ostwald-Medaille wird in Anerkennung besonderer wissenschaftlicher Leistungen vorwiegend auf dem Gebiet der Natur- und der Ingenieurwissenschaften verliehen.
§ 2
Die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig verleiht in der Regel jährlich eine Wilhelm-Ostwald-Medaille.
§ 3
- Jedem Ordentlichen bzw. Korrespondierenden Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften steht das Recht zu, Vorschläge zur Verleihung der Wilhelm-Ostwald-Medaille zu unterbreiten. Diese sind jeweils bis zum 15. Oktober eines Jahres bei dem/der Vorsitzenden der Wilhelm-Ostwald-Auswahlkommission einzureichen.
- Die Wilhelm-Ostwald-Auswahlkommission besteht in der Regel aus 7 Mitgliedern, welche aus der Gruppe der Ordentlichen Mitglieder der Mathematisch-naturwissenschaftlichen und der Technikwissenschaftlichen Klasse gewählt werden. Die Mitglieder werden nach der Wahl durch die beiden Klassen vom Plenum bestätigt und dann vom Präsidenten berufen. Sie wählen aus ihrem Kreis eine(n) Vorsitzende(n) und eine(n) stellvertretende(n) Vorsitzende(n). Die Amtszeit der Mitglieder und der Vorsitzenden beträgt 4 Jahre. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich.
- Die Wilhelm-Ostwald-Auswahlkommission berät über die ihr zugegangenen Vorschläge und erstellt ein begründetes Votum für die Preisverleihung. Dieses übermittelt sie jeweils bis zum 15. November an den Präsidenten.
- Der Präsident entscheidet nach Beratung im Präsidium über die Weiterleitung der Vorschläge an das Plenum und bestimmt den Tag der Abstimmung, der möglichst auf dem Termin der turnusmäßigen Januar-Sitzung liegen soll. Die Abstimmung zur Verleihung der Wilhelm-Ostwald-Medaille muss in der Tagesordnung für die Einladung zur Plenarsitzung besonders ausgewiesen werden.
- Das Plenum beschließt mit einfacher Stimmenmehrheit der anwesenden Mitglieder über die Verleihung.
§ 4
Die Verleihung erfolgt durch den Präsidenten der Sächsischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen der Öffentlichen Frühjahrssitzung.
§ 5
Die Medaille besteht aus Bronze; sie ist rund und hat einen Durchmesser von 9 cm. Die Vorderseite zeigt ein Reliefbild von Wilhelm Ostwald mit der Umschrift „Wilhelm Ostwald 1853–1932”. Die Rückseite trägt die Inschrift „Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig”. Zur Verleihung der Medaille gehört eine Urkunde.
§ 6
Nach dem Ableben einer mit der Wilhelm-Ostwald-Medaille ausgezeichneten Persönlichkeit gehen Medaille und Urkunde in das Eigentum der Erben über.
§ 7
Die Träger der Wilhelm-Ostwald-Medaille sind in das Jahrbuch der Sächsischen Akademie der Wissenschaften aufzunehmen und zu den öffentlichen Sitzungen einzuladen.
§ 8
1. Diese Ordnung tritt mit Wirkung vom 1. März 2026 in Kraft. Gleichzeitig wird die Ordnung vom 1. Februar 2003 außer Kraft gesetzt.
2. Mit Inkrafttreten dieser Ordnung sind die Auswahlkommission sowie die Vorsitzenden neu zu wählen.
Leipzig, 13. Februar 2026
Prof. Dr. Hans-Joachim Knölker
Präsident der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
Die bisherigen Preisträger/-innen:
Prof. Dr. Matthias Beller; verliehen am 12. April 2024.
Prof. Dr. Claudia Felser und Prof. Dr. Jochen R. Guck; verliehen am 8. April 2022.
Prof. em. Dr. Dr. h.c. Sigrid Doris Peyerimhoff; verliehen am 13. April 2018.
Prof. Dr. Annette Zippelius und Prof. Dr. Karl Leo; verliehen am 7. April 2017.
Prof. Dr. rer. nat. habil. Jürgen Caro; verliehen am 12. April 2013.
Prof. Dr. Armin Meisel (Leipzig); verliehen am 13. April 2007.
Prof. Dr., Dr.-Ing. E.h., Dr. tekn. h.c. Gerhard Kreysa (Frankfurt am Main); verliehen am 7. April 2006.
Prof. Dr., Dr. chem. h.c., Dr. hist. h.c. Jānis Stradiņš (Riga); verliehen am 23. April 2004.
Prof. Dr. Horst Hennig (Leipzig); verliehen am 12. April 2002.
Prof. Dr. Konrad Quitzsch (Leipzig); verliehen am 17. April 1998.
Prof. Dr. Hermann Berg (Jena); verliehen am 11. April 1997.
Prof. Dr., Dr. h.c. Heinz Penzlin (Jena); verliehen am 12. April 1996.
Prof. Dr. Wolfgang Buchheim (Freiberg); verliehen am 25. März 1994.
Prof. Dr., Dr. h.c. Horst Sackmann (Halle); verliehen am 12. März 1993.
Prof. Dr. h.c. mult. Manfred von Ardenne (Dresden); verliehen am 15. November 1985.
Prof. Dr. Viktor Ivanovič Spitcyn (Moskau); verliehen am 4. März 1981.
Prof. Dr. Gerhard Geiseler (Leipzig); verliehen am 21. November 1979.
Auswahlkommission zur Verleihung der Wilhelm-Ostwald-Medaille:
OM Christos G. Aneziris
OM Eike Brunner
OM Michael Göttfert
OM Jürgen Haase
OM Rudolf Holze
OM Josef A. Käs
OM Hans-Jörg Mögel