Digitaler Workshop

Dabei verbinden wir lateinisch-christliche Kontexte wie auch solche der orthodox geprägten Kirchen und Klöster in verschiedenen Regionen Osteuropas und des Nahen Ostens als Beobachtungsfelder. Wir untersuchen (1) die ideellen, metaphorischen Bilder von Klöstern als Zufluchtsorte im Westen wie im Osten, (2) die ebenda normativen Verhaltensrichtlinien, mithin die institutionellen Mechanismen, im Umgang mit denjenigen, die in die Klöster oder aus den Klöstern flohen, und (3) konkrete, überlieferte Geschichten in Form von Case Studies gescheiterter und geglückter Fluchtversuche. Dabei möchten wir nicht zuletzt auch die ethische, politische und soziale Vernetzung der Klöster als Gelenke der Gesellschaft am Phänomen der Flucht und des Schutzes empirisch erheben und strukturell analytisch ergründen.

Link und Passwort der Tagung erhalten Sie einige Tage vor Beginn der Veranstaltung.

Hafen des Heils oder Hölle des Lebens? Die Flucht ins und aus dem Kloster im Mittelalter


Veranstalter

Technische Universität Dresden, Institut für Geschichte, Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte
Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig

Kontakt und Anmeldung

Prof. Dr. Jenny Oesterle-El Nabbout, Universität Regensburg
Jenny.Oesterle@geschichte.uni-regensburg.de
PD Dr. Jörg Sonntag, Technische Universität Dresden / Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Junges Forum)
Joerg.Sonntag@tu-dresden.de

PROGRAMM

Programmflyer als PDF

FREITAG, 6. September 2024


13.00 Uhr
Eröffnung und Einführung
Jenny Oesterle (Regensburg)
Jörg Sonntag (Dresden)

I. Klosterflucht in christlich-orthodoxen Kontexten

13.30 Uhr
"Zuflucht und Flucht aus orthodoxen Klöstern im Nahen Osten"
Johannes Pahlitzsch (Mainz)

14.30 Uhr Pause

15.00 Uhr
"Ein Leben auf der Flucht auf der Suche nach dem Paradies: Christodoulos und die Gründung des Ioannes-Theologos-Klosters auf Patmos"
Nora Toaspern (Regensburg)

16.00 Uhr
"Das byzantinische Kloster als Zufluchtsort: Die Zeugnisse der Typika und der Gesetzgebung"
Ekaterini Mitsiou (Wien)

SAMSTAG, 7. September 2024


II: Klosterflucht in lateinisch-christlichen Kontexten

09.00 Uhr
"Triginta passibus clauditur: Asyl und Raum im mittelalterlichen Kirchenrecht"
Bruce Brasington (Canyon)

10.00 Uhr
„Textual and Material Evidence of Monks as Refugees: Hussites Wars and Stories of Monastic Escape and Loss in East Central Europe“
Emilia Jamroziak (Leeds)

11.00 Uhr
"Die Qual verschafft dem Törichten Einsicht: Klosterflucht in den Wundergeschichten des Caesarius von Heisterbach"
Isabel Kimpel (Heidelberg)

12.00 Uhr Pause

III: Flucht im Spiegel von Transkulturalität

13.00 Uhr
"Akzeptanz, Flucht, Widerstand: Die Muslime Siziliens unter monastischer Landesherrschaft (12./13. Jh.)"
Eric Böhme (Konstanz)

14.00 Uhr
Schlussdiskussion

Teaserbild einer Veranstaltung
Ein Mönch verlässt sein Kloster, Decretum Gratiani, Ende 13. Jh. (Autun, Bibliothèque Municipale, Ms. S 099, fol. 80 r, ©CNRS-IHRT)