Ein korrumpierter Text?

Wie die Varianten in das Neue Testament kamen


Vorträge

Prof. Dr. Matthias Klinghardt: Wie kommen die Varianten in die Handschriften? Beobachtungen zum ältesten Evangelium

Tobias Flemming: Der Epheserbrief als Brief an die Gemeinde von Laodicea

Alexander Goldmann, Daniel Pauling: Varianten im marcionitischen Römerbrief

Dr. Jan Heilmann: Die Varianten in den neutestamentlichen Handschriften – Forschungsperspektiven und Desiderata

Mit anschließender Diskussion.
Interessenten sind herzlich willkommen.


Einladung

Keine der gut 5.500 Handschriften des griechischen Neuen Testaments gleicht exakt einer anderen. Gerade die Handschriften aus der Spätantike weisen besonders viele Textvarianten auf. Viele dieser Varianten können plausibel als Fehler im Abschreibeprozess interpretiert werden. Eine ganze Reihe von Varianten geht aber eindeutig auf „redaktionelle“ Eingriffe in die Texte zurück, für die die Forschung bisher keine befriedigenden Erklärungen vorgelegt hat. Im Rahmen des Akademie-Kolloquiums stellen die Mitglieder des laufenden Forschungsprojektes „Der Text des Neuen Testaments“ einen Forschungsansatz vor, der es erlaubt, zahlreiche dieser „redaktionellen“ Varianten als Spuren verschiedener Textausgaben aus dem 2. Jh. n. Chr. zu plausibilisieren. Erweist sich dieser Forschungsansatz als tragfähig, hätte dies bedeutende Implikationen für die methodischen Grundlagen der neutestamentlichen Textkritik sowie für der Rekonstruktion des Textes in den historisch-kritischen Ausgaben und damit für die textliche Grundlage der Übersetzungen in die modernen Sprachen.

Teaserbild einer Veranstaltung
Ausschnitt aus dem Codex Boernerianus epistolarum Paulinarum, Mscr.Dresd.A.145.b, Bild: SLUB Dresden