In den Jahren 2018 und 2019 erinnern wir uns an die Novemberrevolution, die Weimarer Nationalversammlung und die Gründung der ersten deutschen Republik. Dabei nehmen zahlreiche unserer Zeitgenossen die Perspektive von Besserwissenden ein und deuten jene Ereignisse oftmals skeptisch, wenn nicht gar resigniert. Nahezu vergessen wird dabei jedoch der Mut des Anfangs, die utopische Energie politischer Basisbewegungen, die Lust auf Veränderung und die Zivilcourage der Handelnden beim Bau einer neuen Gesellschaft nach dem Desaster des Ersten Weltkrieges bzw. dem Bankrott des SED-Regimes. Ist der Funkte der Revolution, sei diese auch ungewollt oder unerwartet, blutig oder friedlich, heutzutage vollkommen erloschen und hat einem pragmatischen, kaum jemanden begeisternden Reformismus – und zahlreichen Spielarten von Anpassung – Platz gemacht? Was bedeutet uns die Erinnerung an 1919 und 1989 für einen sowohl kritischen wie anerkennenden Blick auf den Zustand unseres Gemeinwesens? Und lernen wir aus der Geschichte kaum mehr als Gelassenheit? Wieviel Vergangenheit aber braucht unsere Zukunft?

Darüber diskutieren:

Prof. Dr. Gert Pickel
(Professur Religions- und Kirchensoziologie an der Universität Leipzig)
Prof. Dr. Dirk van Laak
(Professur Deutsche und Europäische Geschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts an der Universität Leipzig)
Uljana Sieber
(Leiterin der Gedenkstätte Bautzener Straße, Dresden)
Moderation:
Dr. Justus H. Ulbricht
(Geschäftsführer des Dresdner Geschichtsvereins, Redakteur der „Dresdner Hefte“)

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