Internationale Tagung, organisiert vom Vorhaben Sankt Marien zu Helfta. Ein Kloster in den Netzwerken seiner Zeit (13. bis 16. Jahrhundert)

Organisation

Thema

Der Prämonstratenserorden zählt zu den einflussreichsten und zugleich am wenigsten erforschten religiösen Reformbewegungen des 12. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu den eher kontemplativ ausgerichteten Zisterziensern übernahmen die Prämonstratenser aktiv seelsorgerische Aufgaben, bauten Pfarrstrukturen auf und sicherten sich gezielt bischöfliche Ämter. Die Tagung befasst sich mit zwei zentralen Fragen. Erstens untersucht sie die gesellschaftliche Relevanz des Ordens: Welche sozialen Gruppen – vom niederen Adel und den Ministerialen bis hin zu Handwerkern und insbesondere einer großen Zahl von Frauen – trugen zur Gründung und raschen Ausbreitung prämonstratensischer Häuser bei, und welche Motive standen hinter ihrem Engagement? Zweitens untersucht sie die räumlichen Auswirkungen des Ordens: Wie etablierten sich diese Gemeinschaften rechtlich und wirtschaftlich? Und welche Rolle spielten sie bei der Gestaltung neuer Herrschaftsstrukturen und Kulturlandschaften – von den fest etablierten Kerngebieten in Frankreich und im Reich bis hin zu den Randgebieten Europas, einschließlich des Baltikums, der Iberischen Halbinsel, Irlands und des Heiligen Landes? Referentinnen und Referenten aus sieben Ländern nähern sich diesen Fragen aus einer vergleichenden Perspektive und geben damit neue Impulse für die Erforschung religiöser Gemeinschaften im hochmittelalterlichen Europa.

Programm

Das Tagungsprogramm finden Sie auf der englischsprachigen Tagungswebsite.

Eine mittelalterliche Buchmalerei zeigt eine Baustelle im Freien, auf der Arbeiter in heller Kleidung und Kapuzen ein steinnes Kirchengebäude errichten. Im Vordergrund bearbeiten Zimmerleute Holzbalken mit Werkzeugen, während ein Mann im Habit Anweisungen gibt. Im Mittelgrund transportiert ein Arbeiter Steine in einer hölzernen Schubkarre, ein anderer schlägt Steine mit einer Hacke, und im Hintergrund bewegen Männer Baumaterialien über Rampen und mithilfe eines hölzernen Tretkran-Hebewerks. Über der Szene schwebt in einer weißen Wolke vor blauem Himmel eine Darstellung des gekreuzigten Christus, von dessen Wunden rote Linien wie Strahlen hinab zur Baustelle führen. Im linken Hintergrund sind spitze, blaue Berge und vereinzelte Bäume zu sehen.
Bau der ersten Klosterkirche in Prémontré, szenische Darstellung nach Art eines mittelalterlichen Baubetriebs in der Weißenauer Norbertvita, Jakob Murer, um 1525. Leutkirch, Gesamtarchiv des Fürsten von Waldburg zu Zeil und Trauchburg, ZAMs 41, fol. 15.