Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat am 10. Juli wichtige Förderentscheidungen zugunsten der Forschung für die kommenden Jahre getroffen. Diese betreffen unter anderem die Zukunft der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und das Akademienzentrum für Digitale Lexikographie des Deutschen (ADL). An beiden ist die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (SAW) beteiligt.

Förderung der NFDI

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat am 10. Juli die Bund-Länder-Vereinbarung zur Förderung der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) für den Zeitraum vom 1. Januar 2029 bis zum 31. Dezember 2038 beschlossen. Hierzu stellen Bund und Länder gemeinsam jährlich bis zu rund 98,7 Millionen Euro bereit.

Mit der Vereinbarung schaffen Bund und Länder die Grundlage, das Forschungsdatenmanagement in Deutschland stärker zu koordinieren und strategisch weiter zu entwickeln. Die bereitgestellten Mittel dienen insbesondere dem Betrieb eines bedarfsorientierten Dienste-Portfolios, der Entwicklung und Etablierung gemeinsamer Standards sowie der weiteren Vernetzung der Akteure des Forschungsdatenmanagements in Deutschland. Bestandteil der gemeinsamen Förderung ist zudem ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zu administrierendes Innovationsprogramm. Dieses ermöglicht es, neue Entwicklungen im Forschungsdatenmanagement flexibel aufzugreifen und zu erproben.

Weiterförderung von zehn Konsortien von Oktober 2026 bis Ende 2028

Für die Weiterförderung von zehn Konsortien der zweiten von insgesamt drei Förderrunden der NFDI stellen Bund und Länder von Oktober 2026 bis zunächst Ende 2028 insgesamt rund 71 Millionen Euro zur Verfügung. Die geförderten Konsortien decken ein breites fachliches Spektrum ab – von den Geistes- und Sozialwissenschaften über die Lebenswissenschaften bis hin zur Physik, Mathematik und Informatik.

Innerhalb der Geistes- und Sozialwissenschaften beschäftigt sich das Konsortium „Text+“ mit sprach- und textbasierten Forschungsdaten. Die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig ist dort unter anderem Hauptverantwortliche für die Weiterentwicklung der Föderierten Inhaltssuche (FCS), einer der zentralen Dienste des Konsortiums, und deren Integration in das „Text+“-Webportal.

Akademienzentrum für Digitale Lexikographie des Deutschen (ADL)

Die GWK hat zudem die Förderung des Akademienzentrums für Digitale Lexikographie des Deutschen (ADL) beschlossen. Mit dem ADL fördern Bund und Länder ab 2027 bis zunächst 2033 neben dem Akademienprogramm einen weiteren zentralen geisteswissenschaftlichen Baustein der Länderakademien unter dem Dach der Akademienunion.

Das Ziel ist es, die Dynamik des sich laufend weiterentwickelnden deutschen Wortschatzes verlässlich und umfassend zu beschreiben und alle Forschungsdaten der deutschen Lexikographie nach einheitlichen Standards aufzubereiten.

Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die übergreifende Betrachtung des gesamten deutschen Wortschatzes sowie die umfassende lexikographische Dokumentation der deutschen Sprache. Dazu gehören der deutsche Wortschatz im geschlossenen hochdeutschen Sprachraum, der die Bundesrepublik Deutschland, Österreich, Teile der Schweiz, Luxemburg, Teile von Belgien und Teile von Norditalien ebenso umfasst wie deutsche Sprachinseln in anderen Ländern z.B. Rumänien (Siebenbürgen) oder Ungarn (Ungarndeutschen Mundarten). Gleichzeitig werden auch die sprachlichen Varianten aller heutigen Bundesländer erforscht und dokumentiert. Mit einbezogen wird ebenfalls die Deutsche Gebärdensprache (DGS).

Bund und Länder sehen dafür eine jährliche Förderung von knapp 3 Millionen Euro vor, die je zur Hälfte vom Bund und den beteiligten Ländern aufgebracht wird.

Die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig bringt in das Vorhaben ihre umfangreichen Erfahrungen in der Entwicklung ortsverteilter Suchinfrastrukturen mit ein, Expertise in historischen Sprachstufen des Deutschen, insbesondere dem Althochdeutschen, der Dialekt- und Mundartforschung sowie zu computergestützten sprachtechnologischen Methoden und KI-Verfahren.

Das Vorhaben baut auf dem von Bund und vier Ländern von 2019 bis 2026 geförderten Zentrum für digitale Lexikographie der deutschen Sprache (ZDL) auf, an dem die SAW bereits ebenfalls kooperierend beteiligt war.

Weitere Informationen zum NFDI-Projekt der SAW

Text+ – Forschungsdateninfrastruktur und lexikalische Ressourcen