Kann Künstliche Intelligenz Goethes Stimme wieder hörbar machen? Unterstützt von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftern der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und des Goethe- und Schiller-Archivs der Klassik Stiftung Weimar sowie einer Sprechwissenschaftlerin sind Studierende der Hochschule Mittweida der Frage nachgegangen, ob man auf Basis der schier uferlosen Quellen zu Johann Wolfgang von Goethe seine Stimme wieder zum Klingen bringen könnte.

Filmpremiere zu Goethes Geburtstag in Weimar

In einem historischen Vortragssaal mit Büchervitrinen an den Wänden sitzen Personen auf Stühlen und schauen auf eine Gruppe von Personen, die an Stehtischen diskutiert. Im Rücken haben diese einen Monitor, auf dem ein KI-generiertes Bild von Goethe zu sehen ist und auf dem Namen aufgelistet sind. In der Ecke steht ein Aufsteller mit der Aufschrift "Themenjahr öffnen".

Filmpremiere zu Goethes Geburtstag in Weimar

Eine Gruppe von Menschen sitzt auf Stühlen in einem historischen Vortragssaal mit Büchervitrinen an den Wänden. Sie schauen auf einen Monitor, auf dem ein KI-generierter Goethe zu sehen ist, der auf ein Bild mit Mitarbeitern des Goethe- und Schiller-Archivs blickt.
Collage mehrerer Zeitungs- und Internetartikel, erkennbar ist u.a. die Überschrift "Geisterbeschwörung bei Goethe" und ein KI-generiertes Porträt des Dichters

"[...] Goetheanern stockt der Atem – der alte Herr spricht von der Leinwand, diktiert in einer nachgestellten Szene vom 19. April 1822 seinem Schreiber John einen Brief an den Verleger Cotta. Nur ein paar Sätze gibt die sympathische Erscheinung – Lichtgestalt in gepixeltem Wortsinn – mit sonorer Bassstimme von sich. Trivial ist das nicht. [...]"
aus: Goethe ohne Schneidezähne – wie konnte er sprechen? Thüringer Allgemeine, Beitrag von Wolfgang Hirsch, 29.8.2026 (Bezahlschranke)

Ein Projekt zwischen Fakten und Fiktionen

Begleitet wurde das Projekt von einem Filmteam der Hochschule – herausgekommen ist ein rund zehnminütiger Film, der Einblicke in die Arbeit des Goethe- und Schiller-Archivs und des PROPYLÄEN-Projekts gibt und am Ende Goethe selbst zu Wort kommen lässt.

Hürden und Fallstricke beim Umgang mit befangenen Zeitzeugen, historischer Sprechweise und dialektresistenter KI haben das Projekt zu einem spannenden Unterfangen werden lassen, bei dem es einige Überraschungen gab:

Plötzlich klang eine KI-generierte Stimme zum Beispiel viel natürlicher als die mühsam auf historische Aussprache trainierte menschengemachte und später mit KI "eingefärbte" Stimme. Denn, ein Ergebnis der historischen Sprechwissenschaft, früher wurden die Endsilben viel deutlicher artikuliert – was sich für heutige Ohren recht fremd anhört und von jeder KI konsequent nivelliert wurde, wenn man nicht "speech to speech" promptete. Die Zeitzeugen Goethes jubelten nahezu einhellig, wie "sonor" und "wohllautend" er gesprochen habe – doch zugleich stellte sich heraus, dass Goethe im Alter die Vorderzähne fehlten und er eigentlich ziemlich genuschelt haben müsste ...

Dass es die "eine" Stimme Goethes am Ende nicht geben kann, war allen Beteiligten im Vorfeld bewusst.
Doch die Suche danach öffnet den Raum für neue Begegnungen und Dialoge.

Eine Person gibt ein Interview, man sieht Mikrofone und Kameras, im Hintergrund Bücherwände und Ausstellungsvitrinen des Goethe- und Schiller-Archivs. Im unteren Bildrand sieht man einen Ausschnitt des Akademielogos.
KI-erstelltes Bild, auf dem Mann Goethe in halbnaher Einstellung in seinem Arbeitszimmer stehen sieht. Er hat graue Haare und trägt einen beigefarbenen Mantel.

Film und Begleitmaterial

Zum Youtube-Kanal der Akademie
Hintergrund-Informationen

Sie können diesen Inhalt derzeit nicht anzeigen, da Sie youtube-Cookies in den Datenschutzeinstellungen deaktiviert haben.