Kann Künstliche Intelligenz Goethes Stimme wieder hörbar machen? Unterstützt von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftern der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und des Goethe- und Schiller-Archivs der Klassik Stiftung Weimar sowie einer Sprechwissenschaftlerin sind Studierende der Hochschule Mittweida der Frage nachgegangen, ob man auf Basis der schier uferlosen Quellen zu Johann Wolfgang von Goethe seine Stimme wieder zum Klingen bringen könnte.
Filmpremiere zu Goethes Geburtstag in Weimar
Ein Projekt zwischen Fakten und Fiktionen
Begleitet wurde das Projekt von einem Filmteam der Hochschule – herausgekommen ist ein rund zehnminütiger Film, der Einblicke in die Arbeit des Goethe- und Schiller-Archivs und des PROPYLÄEN-Projekts gibt und am Ende Goethe selbst zu Wort kommen lässt.
Hürden und Fallstricke beim Umgang mit befangenen Zeitzeugen, historischer Sprechweise und dialektresistenter KI haben das Projekt zu einem spannenden Unterfangen werden lassen, bei dem es einige Überraschungen gab:
Plötzlich klang eine KI-generierte Stimme zum Beispiel viel natürlicher als die mühsam auf historische Aussprache trainierte menschengemachte und später mit KI "eingefärbte" Stimme. Denn, ein Ergebnis der historischen Sprechwissenschaft, früher wurden die Endsilben viel deutlicher artikuliert – was sich für heutige Ohren recht fremd anhört und von jeder KI konsequent nivelliert wurde, wenn man nicht "speech to speech" promptete. Die Zeitzeugen Goethes jubelten nahezu einhellig, wie "sonor" und "wohllautend" er gesprochen habe – doch zugleich stellte sich heraus, dass Goethe im Alter die Vorderzähne fehlten und er eigentlich ziemlich genuschelt haben müsste ...
Dass es die "eine" Stimme Goethes am Ende nicht geben kann, war allen Beteiligten im Vorfeld bewusst.
Doch die Suche danach öffnet den Raum für neue Begegnungen und Dialoge.





