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Wissenschaftsbeziehungen im 19. Jahrhundert zwischen Deutschland und Russland auf den Gebieten Chemie, Pharmazie und Medizin

Anschrift:
Universität Leipzig
Karl-Sudhoff-Institut für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften
Käthe-Kollwitz-Str. 82
04109 Leipzig

Tel.: (0341) 9 72 56 04
Fax: (0341) 9 72 56 28

E-Mail:
riha@medizin.uni-leipzig.de
thomas.schmuck@medizin.uni-leipzig.de
Russische Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg und Kunstkammer
Russische Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg und Kunstkammer

Das seit Mai 2007 bestehende Vorhaben hat Dokumentation und Darstellung der wissenschaftlichen Beziehungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und dem Russischen Reich auf den Gebieten Chemie, Pharmazie und Medizin im „langen“ 19. Jahrhundert zum Ziel. Russland bot vielen deutschen Medizinern und Naturwissenschaftlern Arbeits-, Forschungs- und Karrieremöglichkeiten, die sie in der Heimat nicht finden konnten. Umgekehrt besuchten russische Studenten, Akademiker und Wissenschaftler ausländische Universitäten, brachten von dort Eindrücke und Anregungen mit und publizierten wiederum u. a. auf Deutsch. Ein biobibliographisches Lexikon erfasst diejenigen Chemiker, Pharmazeuten und Mediziner, die bei diesen Kontakten eine wichtige Rolle spielten.

Der Wissenschaftsaustausch wird zunächst anhand ausgewählter Disziplinen analysiert, bei denen sich in diesem Zeitraum ein Paradigmenwechsel im Sinne der naturwissenschaftlichen Grundlegung vollzog. Das Projekt sichert und erzeugt darüber hinaus jedoch auch ideen-, sozial- und kulturgeschichtliches Wissen. Die Ergebnisse sollen abschließend zu einem Gesamtbild mit Handbuchcharakter vereinigt werden. Historische Fundierung und Dekonstruktion nationaler Legendenbildung können sogar zu einer Förderung der aktuellen Wissenschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland beitragen.

Für die laufende Veröffentlichung der Projektarbeit wurde die Schriftenreihe Relationes gegründet. 2008 ist der erste Band mit einer Edition von Quellen zu dem in St. Petersburg tätigen deutschen Chemiker und Pharmazeuten Carl Julius Fritzsche (1808–1871) und einer diskursanalytischen Untersuchung der populärphilosophischen Schriften des russischen Medizin-Nobelpreisträgers Il’ja Il’ič Mečnikov (1845–1916) erschienen. Im Jahr 2009 entstanden die beiden Monographien Baltische Genesis. Die Grundlegung der Embryologie im 19. Jahrhundert und Lebensvorgänge. Deutsch-russische Wechselbeziehungen in der Physiologie des 19. Jahrhunderts. Für 2010 sind drei weitere Bände in Vorbereitung: zunächst zu den deutschen und russischen Leibärzten im Zarenreich, danach zum teleologischen Denken Karl Ernst von Baers (1792–1876) sowie schließlich zur bilateralen Forschungsentwicklung in der Physiologischen Chemie. Die Beiträge der internationalen Tagung, die im Herbst 2010 in Leipzig stattfindet, sollen 2011 publiziert werden.

Publikationen:

Titel Relationes
Relationes 1
Relationes 2
Relationes 2
Relationes 3
Relationes 3

 

Internationale Tagung „Naturwissenschaft als Kommunikationsraum zwischen Deutschland und Russland“, Leipzig, 30. September bis 1. Oktober 2010
Programmflyer

 

Projektgruppe:

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