Anschrift:
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Lehrstuhl für Indogermanistik
- Deutsche Wortfeldetymologie in europäischem Kontext -
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07743 Jena
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- DWEE: Deutsche Wortfeldetymologie in europäischem Kontext – Arbeitsstelle der Sächsischen Akademie der Wissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Während andere europäische Kulturnationen über umfassende etymologische Wörterbücher verfügen, fehlt für das Deutsche, einer der
quantitativ häufigsten Sprachen der Welt, ein großes wissenschaftliches etymologisches Wörterbuch. Die „Deutsche Wortfeldetymologie in
europäischem Kontext“ (DWEE) will daher zum einen diese Lücke schließen: Dies gilt besonders für die erst seit dem Mittelhochdeutschen, dem Frühneuhochdeutschen und in Mundarten
aufgekommenen Wörter, die noch nie etymologisiert worden sind. Zum anderen nutzt DWEE für die Beschreibung des Bedeutungswandels
Erkenntnisse der heutigen Semantikforschung und fungiert so gleichzeitig für den Bereich Historische Semantik als Prüfstein für
neuere kognitivsemantische Theorien.
Der Wortschatz wird nach Wortfeldern in einem modularen Aufbau erschlossen, der eine Anordnung der Wortfelder um den Menschen in Natur
und Kultur in ihrer sprachhistorischen Schichtung vorsieht: Die nach der Hauptbegriffswortart Substantiv gegliederten Wortfelder werden von
der Gegenwartssprache – mitsamt ihren stilistischen Bewertungen, räumlichen, zeitlichen, fach-, sondersprachlichen und fremdsprachlichen
Zuordnungen – über das ältere Neuhochdeutsche, Frühneuhochdeutsche, Mittelhochdeutsche bis zum Althochdeutschen verfolgt. Dadurch lässt
sich für das Deutsche erstmals semantischer Wandel systematisch an einem umfangreichen Korpus dokumentieren. Darüber hinaus werden die
Wortfelder jeweils in ihren europäischen Bezug gestellt. Durch diese Darstellung der Besetzung von Wortfeldern mit einheimischem oder
fremdem Wortgut wird auf jeder Sprachstufe der Grad der Interkulturalität des deutschen Wortschatzes deutlich.